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Niedergaren:
genial einfach - einfach genial Gut Ding will Weile haben. Ein erstklassiges Stück Fleisch, das nach der Niedergarmethode zubereitet wird, könnte zarter und saftiger nicht sein. Während der langen Garzeit können Sie sich anderen Tätigkeiten widmen, z.B. der Zubereitung der Sauce und der Beilagen - oder der Unterhaltung der Gäste. Kurz: Die Niedergarmethode ist genial und einfach, einfach genial. Der «Erfinder» - ein zerstreuter Physiker Der Angloamerikaner Sir Benjamin
Thompson (1753-1814) mit dem Doppelnamen Graf von Rumford war
Experimentalphysiker und Berufsoffizier. Ihm wird die «Erfindung» der
Niedergarmethode zugeschrieben. Thompson soll um 1800 eine Lammschulter
in den - unbeabsichtigt - nur mässig heissen Ofen gegeben haben. Nach
drei Stunden nahm er das Fleisch heraus und bemerkte dann beim
Schneiden, dass es noch fast roh und folglich ungeniessbar war. Das
Fleisch wurde nochmals in den Ofen geschoben und dann während Stunden
vergessen. Als der Sir später von dieser Lammschulter ass, fand er kaum
Worte für die Beschreibung des Genusses. Das Fleisch wies einen
wunderbaren Geschmack auf, war saftig und zerging auf der Zunge. Bei der Niedergarmethode wird das Fleisch bei relativ hoher Temperatur gut angebraten und dann bei niedriger Temperatur, d.h. bei 80 Grad (Geflügel 90 Grad) im Ofen schonend und langsam fertig gegart. Das Resultat: Das Fleisch ist sehr saftig und wunderbar zart. Ein weiterer Vorteil: Während das Fleisch im Ofen gart, können Sauce und Beilagen vor- und zubereitet, der Tisch schön gedeckt werden. Das Fleisch ist fertig gegart, wenn es die richtige Kerntemperatur erreicht hat, d.h. je nach Stück 55-70 Grad. Danach lässt es sich ohne Qualitätseinbusse bei 60 Grad im Ofen warm halten, grosse Stücke bis zu 1 Stunde, kleine bis zu 30 Minuten. Das ist ein weiterer grosser Vorteil, wenn Gäste geladen sind, weil man sich nicht auf die Minute genau zu Tische setzen muss Um ein gutes Resultat zu erzielen, ist
bei der Niedergarmethode Fleisch von guter Qualität erforderlich. Es
eignen sich alle zarten, zum Braten geeigneten Fleischstücke von Rind,
Kalb, Schwein, Lamm, Poulet, Ente, Kaninchen und Wild. Bei Unsicherheit
bezüglich Fleischwahl kann der Metzger Auskunft geben, wobei es wichtig
ist, auf die Niedergarmethode hinzuweisen. Für das Garen im Ofen ist eine
ofenfeste Porzellan- oder Steingutplatte besonders empfehlenswert. Das
Gargut darf nicht in der Anbrat-Pfanne in den Ofen gestellt werden, da
deren Speicherwärme das Fleisch zu schnell und zu stark garen würde.
Einige Fleischstücke lassen sich herrlich füllen - ein Augen- und Gaumenschmaus. Marinaden geben dem Fleisch das gewisse Etwas, und Saucen sind das Pünktchen auf dem i, von einem Rotweinjus über eine Morchel- oder Champagnersauce bis hin zu einem Limetten-Sabayon. Gewürzbutter in Variationen vermögen als Begleiter den gewünschten Pfiff zu verleihen.
Quelle: Betty Bossy |
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Webdesign und Copyright by Kurt Myltz Letzte Aktualisierung: 03.08.2009
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