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Mittelmeerküche oder "Mediterrane Ernährung".

Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass die traditionelle Ernährung im Mittelmeerraum die Gesundheit fördert. Dank der abwechslungsreichen, ausgewogenen, für jedes Alter geeigneten Kost treten dabei typische Zivilisationskrankheiten seltener auf. In Kreta sagt man sprichwörtlich «Der Mensch ist so alt wie seine Gefässe». Diese scheinbar banale Feststellung hat eine ernste Bedeutung. Die obenerwähnten Studien haben gezeigt, dass die Sterblichkeitsrate aufgrund von Herzkrankheiten im Mittelmeerraum zwei- bis dreimal niedriger ist als in den nördlichen Ländern Europas.

Seit der Zusammenhang zwischen Ernährung und sogenannten Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck u.a. erkannt wurde, feiert die mediterrane Küche eine Renaissance, denn sie gewichtet die Kalorien, die wir in Form von Eiweissen, Kohlenhydraten und Fetten zu uns nehmen, nahezu ideal. Zudem sorgt sie für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen gesättigten (vorwiegend tierischen) und ungesättigten (überwiegend pflanzlichen) Fettsäuren. Die traditionelle mediterrane Ernährung ist besonders reich an natürlichen Ballaststoffen. Diese unverdaulichen Faserstoffe und weitere Sekundärstoffe des Gemüses geben dem Dickdarm den notwendigen Ballast und helfen mit, Krebs zu vermeiden. Die Ballaststoffe sorgen auch für eine erhöhte Fettabsorption und verzögern bzw. vermindern die Fettaufnahme.

Dank des hohen Anteils an Obst und Gemüse bleibt die Kalorienzufuhr relativ gering. Tierische Fette (z.B. Butter) kommen nur selten zum Einsatz und werden ersetzt durch Olivenöl. Olivenöl wurde früher als Lebenselixier bezeichnet. Ein Ölzweig galt als Symbol des Friedens und ein Olivenbaum als Zeichen des Reichtums. Im Mittelmeerraum wachsen 80% aller Olivenbäume der Welt. Es ist darum nicht verwunderlich, dass überwiegend Olivenöl als Speisefett verwendet wurde und wird. Olivenöl enthält ausschliesslich einfach ungesättigte Fettsäuren. Diese Fettsäuren sind lebenswichtig für unsere Gesundheit. Sie können von unserem Körper nicht selber hergestellt werden. Mit seinem hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren sowie Vitaminen E und A erfüllt Olivenöl wichtige Anforderungen an ein gesundes Nahrungsfett.  Die Geschmacksvielfalt erreicht man durch den reichlichen Einsatz von Knoblauch und frischen Kräutern. Salz wird nur sparsam eingesetzt.

Die Mittelmeerküche setzt vor allem pflanzliche Produkte ein. An erster Stelle stehen Getreidearten und Getreideerzeugnisse wie Pasta, Reis Polenta und zu jeder Mahlzeit Brot (Baguette). Aber auch Hülsenfrüchte spielen eine grosse Rolle. Obst und Gemüse liefern ausreichend Vitamine und Ballaststoffe. Pro Woche sollten 1 bis 2 Fischmahlzeiten auf dem Menuplan stehen. Fisch, Pasta und frisches Gemüse sind cholesterinarm und haben zusammen mit Olivenöl und einem Glas Rotwein pro Tag eine positive Wirkung auf das "schlechte" LDL-Cholesterin, was mithilft Arteriosklerose und in der Folge auch Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen.

Dennoch ist Fleisch in der mediterranen Küche keinesfalls verpönt. Allerdings werden weniger Rindfleisch, dafür vermehrt Geflügel-, Kaninchen-, Truten-, Kalb-, Schaf- und mageres Schweinefleisch berücksichtigt. Jede Mahlzeit wird beendet mit Käse und/oder frischem Obst. Zuckerhaltige Speisen (z.B. Desserts) werden zurückhaltend genossen. Die mediterrane Ernährung zeichnet sich im Gegensatz zu den herkömmlichen Diäten nicht durch Gebote und Verbote aus. Man muss seine Lebensgewohnheiten nicht auf den Kopf stellen. Man sollte jedoch beim Essen mehr darüber nachdenken, was man isst und wie man isst. Die Mahlzeiten sollten wieder in Ruhe zu sich genommen und nicht im Stress heruntergewürgt werden. Während des Essens sollte man sich Zeit nehmen für seine Familie, seine Freunde und Kollegen und die sozialen Kontakte pflegen.